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Was ist Steampunk? Teil 1

Was ist Steampunk? Teil 1

Der Begriff Steampunk geistert seit langem durch die Popkultur, doch was ist das eigentlich? Was sich so anhört, wie eine neue Musikrichtung, hat mit Musik jedoch gar nichts zu tun. Ursprünglich handelte es sich um eine neue Form der Literatur. Als Väter gelten heute die bekannten Autoren H. G. Wells und Jules Verne. Sie wurden mit ihren Meisterwerken „Die Zeitmaschine“ und „20.000 Meilen unter dem Meer“ weltberühmt. Ihre neue Herangehensweise an die Welt der Science Fiction Literatur legte den Grundstein für Steampunk.

Zwei Vorreiter prägten das Genre

Die beiden bekannten Romane enthalten bereits alle Ingredienzien, für die das Genre bekannt ist. Sie spielen in der viktorianischen Zeit, zu Beginn der Industrialisierung. Steampunk lässt sich nicht exakt definieren, doch es gibt zahlreiche Komponenten, die das Genre identifizieren. Im Mittelpunkt stehen gerne Erfindungen, die es dieser Form zwar nie gab, die jedoch möglich gewesen wären. Die viktorianische Zeit mit ihrer Mode spielt ebenso eine große Rolle, wie die Ästhetik, die die Klassik jener Zeit mit der Moderne verbindet. Etikette, Stil und Sitten der viktorianischen Zeit sind enorm wichtig.

Die Menschen sind zwar Romantiker, haben jedoch eine idealisierte Sicht auf ihre Zeit. Kultivierte Erfinder widmen sich der Zukunft und ihren aufregenden Entdeckungen, die sie für ihre Zwecke einsetzen. Dabei verletzten sie die Regeln ihrer Zeit. Ihr Auftreten als Querdenker öffnet ihren Geist und bringt ihre Bereitschaft gegen den Strom zu schwimmen, an die Oberfläche. Diese Geisteshaltung bringt der Punk ebenfalls zum Ausdruck. Die lange geltenden Regeln der viktorianischen Zeit beginnen zu verschwimmen. Frauen arbeiten in Männerberufen, diese widmen sich den großen Aufgaben der Zukunft.

Offizielle Bezeichnung erst seit 1987

Die Wurzeln dieser Bewegung findet man bei H. G. Wells und Jules Verne. Sie rückten die technische Entwicklung ihrer Zeit in den Mittelpunkt ihrer Werke. Ob Dampfmaschinen als Treiber des Fortschritts, Elektrizität und Uhren, alles arbeitete mit hoher Präzision und ließ die Menschen von den Segnungen der Zukunft träumen. Der Begriff Steampunk selbst wurde allerdings erst sehr viel später erfunden. Er geht auf einen Brief des Science Fiction Autors K. W. Jeter zurück. Der schlug in seinem Schrieben an das „Locus Magazine“ vor, dem Genre mit der Vorliege für einen exzentrisch-historischen Stil diese Bezeichnung zu verleihen. Es handelt sich bei dem Begriff auch um eine Anspielung auf das damals neu aufgekommene Genre Cyberpunk. Seither ist Steampunk in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.

Man könnte Steampunk durchaus auch als Alternativ-Weltgeschehen bezeichnen. Dieses Genre ist daran erkennbar, dass bekannte Verläufe des Weltgeschehens einfach verändert werden und die Geschichte anders abläuft. Der Schwerpunkt von Steampunk liegt sicherlich im verstärkten Einsatz und Fokus auf die technischen Aspekte. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie anders funktionieren, als in der realen Welt. Zentrales Merkmal sind die Dampfmaschinen, die in dieser Welt die Industrialisierung vorangetrieben haben.

Offizielle Bezeichnung erst seit 1987
Offizielle Bezeichnung erst seit 1987

So gut wie alles funktioniert im Steampunk mit Dampf. Ob Autos, Züge oder sogar Waffen, der Dampf ist allgegenwärtig. Die Geschichten im Steampunk sind größtenteils in der Science Fiction angesiedelt. Sie weisen jedoch auch Elemente von Krimis auf und erforschen die Naturwissenschaften. In letzter Zeit integrierten die Steampunk-Autoren auch Elemente von Horror und Fantasy. Man könnte sie also auch als eine Art Retro-Futurismus bezeichnen. Die Autoren befassen sich mit der Frage „was wäre gewesen, wenn?“